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Nahaufnahme reifer Heidelbeeren und Brombeeren, reich an Antioxidantien

Antioxidantien

Antioxidantien sind Stoffe, die freie Radikale abfangen können, bevor sie unseren Zellen schaden. Der Name kommt aus der Chemie: „Anti" heißt gegen, Oxidation beschreibt die Reaktion mit Sauerstoff. Die bekanntesten Antioxidantien sind Vitamin C, Vitamin E und Polyphenole – Letztere findest du auch in Tee.

Lesezeit: 4 Minuten

Antioxidantien im Überblick

  • Definition: Antioxidantien sind Stoffe, die freie Radikale abfangen und so unsere Zellen schützen können.
  • Gegenspieler: Freie Radikale entstehen ständig im Körper – ganz normal, aber in großer Menge auch belastend für die Zellen.
  • Vorkommen: Antioxidantien stecken vor allem in Obst, Gemüse und Pflanzenstoffen – zum Beispiel in Vitamin C, Vitamin E und Polyphenolen.
  • Tee-Bezug: Grüner Tee gehört zu den Getränken mit besonders viel Polyphenolen, vor allem dank der Catechine.
  • Einordnung: Ein spürbarer Benefit, kein Wundermittel – Antioxidantien sind Teil eines großen Zusammenspiels im Körper.

Beschreibung

Um Antioxidantien zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf ihren Gegenspieler: freie Radikale. Das sind kleine, instabile Moleküle, denen ein Elektron fehlt. Sie entstehen ständig im Körper – ganz normal, zum Beispiel wenn wir Energie aus der Nahrung gewinnen. Auch von außen kommen ein paar dazu, etwa durch Sonne, Stress oder Zigarettenrauch. Freie Radikale versuchen, sich ihr fehlendes Elektron von anderen Molekülen zu „borgen". Das kann eine Kettenreaktion auslösen, die auf Dauer Zellen belastet.

Genau hier kommen Antioxidantien ins Spiel: Sie geben ihr eigenes Elektron ab und bremsen die Reaktion, ohne dabei selbst zu einem neuen freien Radikal zu werden. Man kann sich das wie eine Balance vorstellen: Auf der einen Seite die freien Radikale, auf der anderen die Antioxidantien, die sie neutralisieren. Solange beide Seiten sich die Waage halten, ist das für den Körper völlig normal. Gibt es aber über längere Zeit deutlich mehr freie Radikale als Antioxidantien, die sie abfangen können, sprechen Fachleute von oxidativem Stress. Unser Körper hat dafür ein eigenes Abwehrsystem – und wir können es mit der richtigen Ernährung unterstützen.

Antioxidantien sind übrigens kein einzelner Stoff, sondern eher ein Sammelbegriff für alles, was diesen Job erledigen kann: Vitamine wie C und E, Spurenelemente wie Zink und Selen und vor allem Polyphenole – sekundäre Pflanzenstoffe, die Obst, Gemüse und auch grünen Tee ihre Farbe und ihren Charakter geben. Im grünen Tee heißen diese Polyphenole Catechine, mit EGCG als bekanntestem Vertreter.

Geschichtliche Hintergründe

Antioxidantien waren lange vor allem ein Thema für Chemiker:innen: Man nutzte sie, damit Fette nicht so schnell ranzig werden oder Metall nicht rostet. Erst ab Mitte des 20. Jahrhunderts rückten sie auch für unsere Gesundheit in den Fokus. 1956 stellte der Altersforscher Denham Harman die Idee auf, dass freie Radikale eine der Ursachen für unseren Alterungsprozess sein könnten. Diese Idee schlug ziemlich große Wellen.

In den 1990er- und 2000er-Jahren folgte dann ein regelrechter Antioxidantien-Hype: Superfoods, Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetik warben plötzlich überall mit einem möglichst hohen sogenannten ORAC-Wert – einer Laborzahl, die angeben soll, wie viele freie Radikale ein Stoff neutralisieren kann. Inzwischen ist man in der Forschung deutlich vorsichtiger geworden: Freie Radikale sind nicht per se der Feind, und ein hoher ORAC-Wert sagt noch lange nichts darüber aus, wie gut ein Lebensmittel tatsächlich in unserem Körper wirkt.

Tee spielt dabei übrigens schon lange eine Rolle, ganz ohne dass jemand das Wort „Polyphenol" kannte: In Ostasien wurde grüner Tee schon vor Jahrhunderten mit Vitalität und Wohlbefinden in Verbindung gebracht.

Spannende Fakten

  • Freie Radikale sind keine Bösewichte: Unser Körper nutzt sie sogar gezielt, zum Beispiel, um Krankheitserreger zu bekämpfen. Problematisch wird es erst, wenn zu viele auf einmal da sind.
  • Der ORAC-Wert wurde einfach abgeschafft: ORAC steht für „Oxygen Radical Absorbance Capacity" und war lange das gängigste Maß für antioxidative Kraft. 2012 hat die USDA (das US-Landwirtschaftsministerium) ihre eigene ORAC-Datenbank offline genommen – weil der Wert zu oft als Werbeversprechen missbraucht wurde, ohne etwas über die Wirkung im Körper auszusagen.
  • Grüner Tee zählt zu den Polyphenol-Champions: Rund 20 bis 30 Prozent seines Trockengewichts bestehen aus Polyphenolen – deutlich mehr als in voll oxidiertem Schwarztee, weil die Catechine bei den Verarbeitungsprozessen Oxidation und Fermentation zum Teil abgebaut werden.
  • Matcha bringt besonders viel davon mit: Weil die Blätter vor der Ernte beschattet werden, bildet die Pflanze mehr dieser schützenden Stoffe – deshalb gilt Matcha unter Grüntee-Fans als besonders reich an Catechinen.
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FAQ

Antioxidantien sind Stoffe, die freie Radikale abfangen, bevor sie unseren Zellen schaden können. Man findet sie vor allem in Obst, Gemüse und Pflanzenstoffen wie Polyphenolen.
Besonders viel steckt in Beeren, bunten Gemüsesorten, Nüssen und grünem Tee. Am meisten bringt aber eine bunte, vielseitige Ernährung – nicht die Jagd nach einem einzelnen Superfood.
Freie Radikale sind reaktive Moleküle, die in großer Zahl unsere Zellen belasten können. Antioxidantien sind ihr Gegenspieler: Sie fangen freie Radikale ab und entschärfen sie.
Ja, vor allem grüner Tee. Die enthaltenen Catechine, allen voran EGCG, zählen zu den bekanntesten Polyphenolen überhaupt.

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