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Schwarzer Tee

Ernte von schwarzem Tee auf einer Teefarm.

An Bord portugiesischer und holländischer Handelsschiffe gelangten vor etwa vierhundert Jahren die ersten Kisten Schwarztee nach Europa. Zunächst als heilkräftiges Tonikum medizinischen Anwendungen vorbehalten, entwickelte sich der kräftige Aufguss im späten 17. Jahrhundert zum so beliebten wie kostspieligen Modegetränk.

Historisches Bild eines Händlers von schwarzem Tee

Einen prominenten Pariser Doktor veranlasste das dazu, das heißgeliebte Genussmittel verächtlich als „impertinenten Trend des Jahrhunderts“ zu verunglimpfen, während andere darin die Ursache „moralischer Verfehlungen“ sahen. Trotz – oder gerade wegen – eines solchen Rufes war Schwarztee bald in aller Munde und entwickelte sich in England und Ostfriesland gegen Ende des 19. Jahrhunderts zum unumstrittenen Nationalgetränk, während man im Herkunftsland China vorwiegend Grüntees trank.

Vielleicht sähe auch die europäische Teelandschaft heute anders aus, wären die geographischen Umstände andere gewesen. Denn während der vollständig oxidierte und robustere Schwarztee die lange Reise gut überstand, schmälerten die Monate auf See das Aroma grüner Tees erheblich.

Seit diesen frühen Tagen – und dem ständig zunehmenden Teedurst des Westens –  hat sich die Herstellung von Schwarztee weit verbreitet und bereichert uns heute mit einer großen aromatischen Vielfalt, von den malzigen Assam Indiens zu den spritzigen Ceylontees Sri Lankas und den Goldspitzentees des chinesischen Südwestens.

image credits:leniners