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Tee aus Nepal

The Himalayas in Nepal - the home of nepali tea

Mark Twain hat den Himalaya als einen Landstrich beschrieben, “den jeder zu sehen trachtet, und dessen Wirkung selbst bei nur kurzem Erblicken jedes Schauspiel der Welt überstrahlt.” Zwischen diesen majestätischen Gebirgshöhen auf der einen Seite, und den tropischen Wäldern der Brahmaputra Ebene auf der anderen Seite gelegen, übt Nepal seit Jahrhunderten einen unwiderstehlichen Reiz auf Reisende aus. Da auch uns die Reiselust gepackt hat, haben wir unsere Wanderstiefel geschnürt, die Tassen eingepackt und uns auf den Weg in eines der weniger ergründeten Teegebiete gemacht, um die Teegärten dieser faszinierenden Region zu erkunden.

Die Geschichte der Teekultivierung beginnt in Nepal im 19. Jahrhundert, als die Briten auf der Suche nach einem Weg, das chinesische Teemonopol auszuhebeln, die Teepflanze Camellia sinensis in Indien einführten. Ähnlich diesem Nachbarland im Süden, ist auch die nepalesische Teeindustrie seit ihren Anfängen dafür bestimmt, durch standardisierte CTC Verfahren den nicht versiegenden Durst an Schwarztee zu stillen. Die Ausnahmen zu dieser Regel allerdings sind bemerkenswert. Inspiriert durch den Erfolg der Nachbarregion Darjeeling, haben auch in Nepal immer mehr Pflanzer auf eine nachhaltigere, orthodoxe Produktionsweise umgestellt.

Die wertvollen Sachkenntnisse Darjeelings und zum Teil auch Unterstützung durch Kapitalanleger vereinfachten den Wechsel hin zu kleineren Erträgen von höherer Qualität. Wie auch Darjeeling, beheimatet Nepal einige der höchstgelegenen Teegärten der Welt – einige in mehr als 200 Metern Höhe – die von der klaren Bergluft, der mineralienreichen Erde, dem reichlichen Niederschlag und der jährlichen Schneeschmelze profitieren. Es wird oft gesagt, dass es die dünne Bergluft sei, die dem Tee ungewöhnlich zarte und komplexe Aromen verleiht, indem sie die Alterung der Blätter verlangsamt. Eben diese vielschichtigen und flüchtigen Aromen sind es, die die aufstrebende orthodoxe Teeszene Nepals antreiben.

Während unserer Reisen durch das „Dach der Welt“ sind wir auf viele verschiedene Teetraditionen gestoßen, die der Himalaya seiner Lage zwischen den beiden großen Teenationen China und Indien verdankt. Eine besonders bemerkenswerte Tradition findet sich direkt an der Grenze zu Nepal im benachbarten Tibet. Dort mischt man starken Schwarztee mit Yakbutter und Salz zu einem belebenden und kalorienreichen Trank, der idealen Energiequelle für die Bergregion, die man bereits seit dem 10. Jahrhundert schätzt. Damals wurde Tee in Form von Teabricks auf der historischen Teestraße, die am Nathu La-Pass den Himalaya überquert, von Yunnan bis nach Indien transportiert. Tibetischer Buttertee ist ein Relikt aus dieser Zeit, in der aus Teeblättern noch kein Getränk, sondern ein Eintopf mit Ingwer, Zwiebeln und Gemüse bereitet wurde.

Im Vergleich dazu sind die Teetraditionen Nepals recht jung und eng mit der Rolle als Produktionsland verbunden. Auf die englische Art mit Milch oder Sahne und viel Zucker getrunken, sind es robuste und vollmundige Assam Sorten, die den Großteil der nepalesischen Teeverbrauchs ausmachen. Von unserer langen Wanderung durch schneeverwehte Bergketten zurückgekehrt, müssen wir selbst als Verfechter pur genossener Ganzblatttees zugeben, dass kaum etwas so herzerwärmend ist wie eine gesüßte Tasse Schwarztee mit Milch. Unsere hauseigene Mischung Himalaya Vanilla fängt dieses Gefühl äußerster Zufriedenheit ein, einen vollmundigen nepalesischen Schwarztee aus dem „Nebeltal“ mit echter Bourbon-Vanille zu einer Mischung verschmelzend, die insbesondere mit Milch und Zucker unwiderstehlich ist.

Auf unseren Reisen durch den Himalaya haben wir die lokalen Teebauern gebeten, uns ihre Theorien darüber zu enthüllen, warum Teesträucher, die so hoch angepflanzt werden, so einzigartige, belebende Aromen ausbilden. Eine unserer Lieblingsantworten bezog sich auf eine Legende von Shiva, der von seiner Heimat auf dem Mount Kachenjunga jeden Morgen und Abend einen leichten Wind durch die Gärten bläst und die Teebäume so mit einem himmlischen Aroma durchtränkt.

Nepali tea in an teahouse in nepal

Bei diesem göttlichen Klima verwundert es nicht, dass der östliche Himalaya sich zu einem beliebten Zufluchtsort für britische Kolonialoffiziere entwickelt hatte, die der schmachtenden Hitze der Verwaltungshauptstadt Kalkutta entgehen wollten. Tatsächlich waren die erfrischenden Windstöße und die atemberaubende Aussicht so verlockend, dass sie zahlreiche Mythen und Legenden inspirierten. Eine dieser Legenden beschreibt Shangri-La, das „Land des Schnees“, als das in einem geheimnisvollen Tal im Himalaya verborgene Paradies auf Erden. Unser nepalesischer Weißtee Shangri-La mit einer Fülle zitrischer und hölzerner Noten ist eine Hommage an diese unerreichbare Utopie.

Die Einführung orthodoxer Ganzblatttees in Nepal ist eine jüngere Entwicklung, deren Mühen reich entlohnt werden. Wie sein prominenterer Nachbar Darjeeling erwacht das Land langsam aus seinem Schlummer und erfreut uns mit außergewöhnlichen schwarzen und weißen Tees.

The Himalayas in Nepal - the home of nepali tea