Would you like to visit Paper & Tea in English or German?

Tee aus Japan

 

Japanische Teeplantage

Seit der Mönch Eisai  im 12. Jahrhundert mit Samen der Teepflanze Camellia sinensis und Wissen um den Zen-Buddhismus im Gepäck von seiner Studienreise von China nach Japan zurückkehrte, sind beide fest in der japanischen Landschaft und Kultur verwurzelt. Die ersten Teepflanzungen entstanden damals im Distrikt Hizen sowie der bergigen Gegend um Uji, die in Japan als die Heimat des „echten“ Tees gilt und unter Connaisseurs für hervorragende Qualitäten bekannt ist.

 

 Zuerst als Heilmittel verwendet, das insbesondere unter Mönchen beliebt war, da die konzentrationsfördernden Eigenschaften des Tees die Meditation unterstützen, trat Teegenuss in nur wenigen Jahrhunderten einen umfassenden Siegeszug an: Im 15. Jahrhundert habe Japan den Tee zu einer „Religion des Ästhetizismus“ erhoben, schreibt Kakuzo Okakura in seinem berühmten Buch vom Tee. Dass das nicht übertrieben ist, konnten wir auf unseren Reisen nach Japan während der Matcha-Teezeremonie Chanoyu erleben. Von Teemeister Sen no Rikyu im 16. Jahrhundert zur minutiös ausgeformten Vollendung gebracht, war sie stilprägend für Kunstrichtungen von der Keramikherstellung bis zur Kalligraphie und ist nach wie vor fester Bestandteil japanischer Trinkgewohnheiten.

Tea FieldsDurch den Reichtum an exquisiten Sorten profitieren von dieser außergewöhnlichen Hochschätzung des Tees heute Tee-Enthusiasten weltweit, wenn auch nur ein einziges Prozent der jährlichen Ernte Japans das Land überhaupt verlässt. Geschuldet ist dies dem unersättlichen Teedurst der Bevölkerung. Mit etwa 100.000 Tonnen werden bloß zwei Drittel der Menge an Tee, die Japan verbraucht, im eigenen Land produziert.

Denn wegen des rauen Seewetters – das vielen japanischen Grüntees auch ihr unverkennbares Algenaroma verleiht – eignen sich nur die südlichen Inseln klimatisch zum Anbau der Camellia sinensis, die als subtropisches Gewächs nicht kälteresistent ist, ebenso viel Regen wie Sonne bedarf und deutliche Temperaturunterschiede vom Tag zur Nacht liebt.

In den Teeregionen auf den Inseln Kyushu und Shikoku und im Süden der Hauptinsel Honshu wird fast die gesamte jährliche Ausbeute erzielt, und zwar in hochmodernen und hocheffizienten Verfahren. Denn als moderne Industrienation erntet und verarbeitet Japan seine Grüntees zum Großteil maschinell – was oft sogar computergesteuerte optische Scanner beinhaltet, die Blätter nach Farbe und Form sortieren.

Die hohen Kosten für die Gerätschaften bringen mit sich, dass die verschiedenen Schritte der Teeproduktion im Unterschied zu anderen Ländern nicht in einer Hand liegen, sondern in verschiedene Sektoren aufgeteilt sind: Kleinbauern, nicht große Estates, verantworten den Teeanbau. Ihre Ernte verkaufen sie an Betriebe, die die ganzen, frischen Blätter durch grundlegende Verarbeitungsschritte – Dämpfen, Rollen, Trocknen – zu Aracha („rohem Tee“) verarbeiten und auf dem Teemarkt versteigern. Die Einkäufer wiederum sortieren die Blätter nach Güte und trennen sie von Knospen, Stängeln und Bruchware, um den fertigen Tee herzustellen. Dabei werden Aracha unterschiedlicher Regionen und Teegärten gemischt, weswegen es sich bei den konventionell produzierten Tees Japans streng genommen um Blends handelt.

Obwohl die so entstandenen Tees durchaus trinkbar sind, bevorzugen wir die seltenen und ausgezeichneten Ausnahmen von dieser Regel. Alle unsere japanischen Grüntees beziehen wir von kleinen, familienbetriebenen Teegärten, die nicht nur die Pflanzung und Ernte, sondern auch die komplette Verarbeitung selbst vornehmen. Viele von ihnen arbeiten nach zertifizierten Bio-Standards oder legen ihre eignen, sogar noch strengeren Maßstäbe an. Zu der außergewöhnlichen Qualität trägt aber auch bei, dass solche erlesenen Tees wie unser Spitzenmatcha Konomi Do, oder der hervorragende Schattentee Praise of Shadows, beide aus dem geschichtsträchtigen Uji stammend, auch heute noch – oder wieder – ganz in Handarbeit hergestellt werden.

 

Japanische Teeplantage image credits: Jason Teale