Tribut Tees aus dem antiken China

Seit jeher widmen Künstler ihren Liebsten, Göttern, Königen und Musen einige ihrer besten Werke. Sogenannte Tribut Tees belassen es allerdings nicht bei der namentlichen Hommage – wie Earl Grey oder Chang-e – sondern gehen auf einen echten, trinkbaren Tribut zurück, der einst vom chinesischen Imperator eingefordert wurde.

In diesem Sinne widmen wir den August – der selbst den römischen Kaiser Augustus ehrt – diesem faszinierenden Thema …

Das Land, dem wir die Teekultur verdanken, schuldet einige seiner besten Sorten der althergebrachten Tribut Tee-Tradition.

Seit der Tang-Dynastie (600 n. Chr.) wandten Teeexperten aus ganz China regelmäßig ihr gesamtes Können auf, um dem herrschenden Kaiser Tribut zu zollen – und so ihre Loyalität mit Lieferungen köstlichster Produkte eindrucksvoll unter Beweis zu stellen. Und diese geschickte Mischung aus hofierender Hommage und heimlicher Werbung machte sich schon damals bezahlt. Denn so konnten sich clevere Produzenten nicht nur das Wohlwollen ihres Regenten sichern, sondern gleichzeitig die eigenen Waren geschickt am königlichen Hof positionieren. Die populärsten Sorten wurden regelmäßig geordert – und überaus großzügig entlohnt.

Die kaiserliche Nagelprobe befeuerte den Wettbewerb zwischen Chinas Teeproduzenten und sorgte für die Verbreitung und Standardisierung bestmöglicher Anbau- und Verarbeitungsmethoden. Schließlich wollte niemand mit einer verdorbenen Lieferung in Ungnade fallen oder den vorherrschenden Geschmack am Hof mit unwillkommenen Sorten beleidigen. So übernahmen und verbesserten die Meister ihrer Kunst nicht nur neue Anbau-, Ernte-, Verarbeitungs-, Lagerungs-, Verpackungs- und Transportmethoden – wie das praktische Pressen von Pu-Erh-Ziegeln – sondern experimentierten nebenbei auch mit neuen Sorten, Oxidationsverfahren und Aromen.

Gleichzeitig machte der flächendeckende Qualitätssprung auch außerhalb Chinas von sich reden, was den Siegeszug des Tees als begehrter Export und beliebtes Gastgeschenk entscheidend beschleunigte.

Mittlerweile verdanken wir der einstigen Bauernsteuer einige der bekanntesten und besten Tees der Welt: Chinas edelste Sorten lassen sich auf Tribute-Tea-Standards zurückverfolgen und zollen damit der langjährigen Tradition – und dem herausragenden Handwerk – echter Teemeisterschaft Tribut. Bestes Beispiel wäre Long Jing, der zu Chinas berühmten kaiserlichen Tees zählt: Blätter der Originalgewächse aus der Qing-Dynastie werden mittlerweile nicht nur sprichwörtlich mit Gold aufgewogen!