Papier und Tee, harmonisch vereint

Unser Sondereditions-Kunstdruck mit eigens entwickelter Tee-Farbe, kreiert vom Designstudio Zwölf.

Mit ungezähmten Locken, einem Laborkittel voller Flecken und dem hastigen Redefluss umgibt Stefan Guzy die Aura eines verrückten Professors. Wild vor einem Kochtopf mit einem dickflüssigen braunen Gebräu aus Tee gestikulierend, hält er plötzlich inne, tunkt den Finger hinein und kostet den Tropfen, der auf seiner Fingerspitze balanciert. „Verkocht“, verkündet er trocken. Nicht weiter verwunderlich bei einem Sud, für den der Tee 10 Minuten aufgebrüht und der im Anschluss weitere 30 Minuten zu dem Konzentrat einkocht wurde, das wir nun vor uns stehen haben.

Er gibt große Klumpen Bindemittel dazu und fuchtelt mit einem surrenden elektrischen Mixer herum, der genauso verschmiert ist wie sein Kittel. Es ist die Art von Mixer, die man für gewöhnlich benutzen würde, um einen Kuchenteig geschmeidig zu schlagen – aber Stefan ist kein Bäcker, sondern verrührt eine Spezialanfertigung: Einen Farbstoff hergestellt aus seltenem kenianischen Tee, den sein Partner Björn Wiede gleich benutzen wird, um eine auf 100 Stück limitierte Serie von P & T Kunstdrucken herzustellen.

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Stefan und Björn sind die kreativen Köpfe hinter dem Berliner Designstudio Zwölf, das für die unterschiedlichsten Klienten Poster, Verpackungen, Albumcover und Kunstdrucke fertigt. Ihr Gestaltungsgenie entfalten die beiden derzeit am liebsten in der Siebdrucktechnik, einem Handwerk, das sie jedem Digitalverfahren vorziehen. Beim Siebdruck gelingen die Farben glänzender und kräftiger, und unvermeidlich erhält jeder Druck eine persönliche Note, sagt Björn. Vielleicht aber noch wichtiger ist, dass sie so die Freiheit haben, mit selbstgemachten Pigmenten herumzuexperimentieren – ein verspielter Ansatz, der zu einem ihrer Markenzeichen geworden ist. Vor unserem Tee-Auftrag haben sie schon mit Nagellack, Honig, Wein und Knete gedruckt.

Das historische Fabrikgebäude, das ihr Studio beherbergt, liegt auf einem angesagten Abschnitt des Kreuzberger Landwehrkanals. In der stillen Abgeschiedenheit des zweiten Hinterhofs ist von dem Trubel, der sich draußen abspielt, allerdings kaum etwas zu spüren. Dieser Ort ist wie gemacht zum Arbeiten, eine Heimat für Schaffende und Kreative – Zwölf teilt sich das Gebäude mit Graphikdesignern, einem Musikstudio, einem Plattenlabel, einem Tanzstudio und sogar einem Automechaniker. Ihre Dienste sind so gefragt, dass Björn und Stefan gerade mitten in der Renovierung stecken und ihr Studio ausbauen, um in einer Holzwerkstatt künftig auch maßgeschneiderte Rahmen und anderes Zubehör für ihre Drucke herstellen zu können.

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Die Tee-Farbe einsatzbereit, das Papier sorgfältig ausgerichtet und die Schablone aufgelegt, geht es jetzt ans Eingemachte. Mit jedem Zug am Hebel der großen Druckmaschine verteilen sich die behutsam aufgetragenen Pigmente auf dem Papier – einem angenehm texturierten italienischen Karton – das, wie Stefan erklärt, die Wasserfarbe besonders gut aufsaugt. Es ist eine anstrengende Arbeit, die ganzen Körpereinsatz erfordert. Das genaue Gegenteil davon, auf einer Tastatur ein paar Knöpfe zu drücken – was wohl auch den Reiz des Verfahrens ausmacht.

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Wir lieben die Resultate nicht nur, weil sie toll aussehen, sondern auch, weil sie unsere beiden bevorzugten – und namensgebenden – Medien kombinieren: Papier und Tee. Wir bieten auch eine unlimitierte Edition unserer „My Dear“ Kunstdrucke an. Siebgedruckt im gleichen Design wie die limitierte Ausgabe und ebenfalls mit der P & T Prägung versehen, haben Stefan und Björn dabei allerdings schwarze Druckfarbe statt Tee-Farbe verwendet.

Mehr von Stefans und Björns Arbeit gibt es auf der Webseite von Zwölf zu sehen.

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