Korea, die vergessene Tee-Nation

Entdecken Sie die erlesenen Tees Koreas.

In Korea wird der Teeanbau und Genuss im wahrsten Sinne kultiviert – und dies bereits seit dem siebten Jahrhundert. Damals waren es buddhistische Mönche, die während ihrer Studienreisen nach China die ungeahnte Verbindung aus physischem Teegenuss und transzendentaler Meditation, das sogenannte „Seon“ oder Zen, kennen und schätzen lernten – und bei ihrer Rückreise oft in Form von Samen und fertigem Tee verbreiteten.

Als der Buddhismus im 14. Jahrhundert vom Konfuzianismus verdrängt wurde, litt auch die heimische Teeproduktion, und viele der gehegten Pflanzen verwilderten, bis sich nur noch vereinzelte Exemplare, vor allem im Süden des Landes und am Fuß der Jiri-Berge, in der Landschaft wiederfanden. Die folgende japanische Besatzung (1910-1945) vertrieb die letzten Mönche in den Untergrund; sie suchten Exil in entlegenen Bergtempeln, um das kostbare Wissen um Teeanbau und -tradition wenigstens im Geheimen zu erhalten. Gleichzeitig weihten sie junge Aspiranten, die eigentlich den Buddhismus studieren wollten, in diese belebende Wissenschaft ein.

Mittlerweile ist die koreanische Teekultur aus dem Winterschlaf erwacht und erfreut sich neuer Blüte. Dabei ist die aktuelle Popularität – und Qualität – nicht zuletzt dem „großen Teebewahrer“ Hyodang zu verdanken, der mit seiner modernen Studie der Pflanze und ihrer köstlichen Nutzung, einem Manifest zur „Koreanischen Teekultur“, nicht nur die exakte Zubereitung des ausgezeichneten Panyaro („Tau erleuchtender Weisheit“) aufs Genaueste beschrieb, sondern auch die zugehörige, anspruchsvolle Jeungcha-Methode entwickelte.

Auch außerhalb der Tasse wird die Behandlung der lokalen Camellia sinensis-Varianten überaus ernst genommen: Triebe werden an festgelegten Erntetagen gepflückt, die einem strikten Sonnenkalender folgen. Während der kostbare First-Flush-Woojean stets vor dem 22. April in die Körbe wandert, dürfen die folgenden Sejak-Sorten noch etwas länger austreiben. Der spätere Daejek glänzt mit kräftigen, erdig-derben Aromen, die den Duft der bambusbesetzten Gebirgshänge anklingen lassen. Sämtliche Verarbeitungsschritte werden von Hand vollzogen und mit sensibler Sorgfalt durchgeführt: Die frische Ernte wird in großen Eisenkesseln über offenem Holzfeuer sanft geröstet, um den sorteneigenen Glanz, Geruch und Geschmack herauszuarbeiten – Eigenschaften, die später ebenfalls in der richtigen Reihenfolge zelebriert werden sollten.

Denn schließlich gebührt einem echten Panyaro der ganze Respekt unserer Sinne: Die Augen genießen die klare Färbung, die Nase den dezent-natürlichen Duft, und die Zunge lässt ein paar erste Tropfen über die Geschmacksknospen gleiten, bis das gesamte aromatische Spektrum in Mund und Rachen zur Geltung kommt.
In diesem Sinne sind unsere handgepflückten, handgerösteten und handverarbeiteten koreanischen Spezialitäten beste Botschafter für diese feinsinnige und sinnliche Teekultur:

Sejak: Der mehrfach geröstete First-Flush-Grüntee überzeugt mit sanfter Süße und einem faszinierend heiß-kalten Mundgefühl.

Maia’s Pick: Ein wald-würziger Grüntee, der chinesische Backaromen, japanische Gemüsenoten und den typisch koreanischen Röstgeschmack vereint.

Woori: Diese zweifach oxidierte Schwarztee-Spezialität kann bis zu sieben Mal aufgebrüht werden!

Jukro Vintage: Die „Vintage“-Verjüngung frischt vergangene Ernten per Röstung wieder auf – und überrascht dabei mit ganz neuen, gehaltvollen Schwarztee-Geschmacksprofilen.

Bild von Maryland GovPics