Black & White Contrasts

Von lichtlosen dänischen Wintern über eisenzeitliche Moorleichen bis zu Operkostümen sind die Einflüsse und Inspirationen, aus denen Keramikkünstlerin Christine Roland schöpft, so unterschiedlich wie verblüffend.

Für Christine Roland sind Keramiken alles andere als leblose Objekte. Ihre Stücke sind voller Leben – durch die Erde, die den Ton gab, durch ihre Hände, die ihn formen und dabei ganz eigene Spuren hinterlassen; durch die Menschen, die ihre Kreationen schließlich im täglichen Leben nutzen.

Rolands Arbeiten schaffen eine Verbindung zwischen ihr selbst, den Objekten, die sie kreiert, und den Menschen, die mit ihnen umgehen. Ihre Kreativität erstreckt sich auf ein weites Spektrum an Dingen – von Tassen, Schalen, Löffeln und Tellern über Blumentöpfe und Kerzenhalter bis zu Vogelhäusern – aber hinter allem, was sie kreiert, steht der gleiche Anspruch: „Für mich ist es sehr wichtig, dass meine Stücke nützlich sind. Das ist mein höchstes Ziel“, sagte sie uns kürzlich während eines Besuchs in ihrem Studio. Eine große Auswahl ihrer Kreationen sind ab jetzt in beiden unseren Berliner Läden erhältlich.

Scrollen Sie herunter um zu erfahren, was sie inspiriert, und warum Gegensätze ihrer Arbeit zugrunde liegen.

CR_6

CR_5

Individualität und Verbindung sind auch der Grund dafür, dass Roland jedes einzelne Stück vollständig von Hand fertigt und die Perfektion ebenso meidet, wie die Symmetrie, die der Arbeit mit der Töpferscheibe entspränge. „Der menschliche Aspekt ist das, was ich wirklich liebe“, sagt sie.

Ihre kreative Karriere begann mit einem ganz anderen Material – kein schweres Steinzeug, sondern fließende Stoffe. Nach ihrer Ausbildung zur Schneiderin in ihrem Heimatland Dänemark arbeitete sie als Opern-Kostümbildnerin in Antwerpen, bevor sie schließlich in Berlin Design studierte. Elf Jahre ist das jetzt her, und seitdem hat sie in ihrer Wahlheimat und insbesondere in ihrem Kreuzberger Kiez feste Wurzeln geschlagen. Ihr Atelier und Showroom ist in der Pücklerstrasse, gebrannt werden ihre Kreationen in einem Brennofen auf der anderen Staßenseite und auch ihr Familiendomizil liegt um die Ecke. Ein Sinn für den Ort und lokale Verbindlichkeit sind ihr wichtig, und so stammen alle von ihr verwendeten Materialien aus Deutschland. „Ich denke, dass es etwas Schönes ist, die Arbeit an den lokalen Gegebenheiten auszurichten“, sagt sie.

CR_1

Ihre Kollektion setzt auf Kontraste: strahlend helle Porzellanteller, die wie Scherben aussehen und dunkles, solides Steinzeug mit einem Finish aus unterschiedlichen schwarzen Glasuren von matt bis metallisch glänzend. Es ist eine Gegenüberstellung, geprägt von der winterlichen Farbpalette ihrer Heimat Dänemark: düstere Landschaft vor blankem Himmel, schwarze Felsen vor eisigem Wasser. Aber es sind nicht nur ihre eigenen Wurzeln, von denen Roland in ihrer Arbeit profitiert, sondern auch etwas Älteres, Vorzeitliches. So macht die Anziehungskraft von Steinzeug vor allem aus, dass es einer der ersten Werkstoffe war, den Menschen nutzten.

Aber auch hier spielt sie mit Gegensätzen. Ohne die Geschichte hinter ihren Arbeiten oder sie selbst zu kennen, könnte man sowohl meinen, dass ihr Stil durch und durch modern, als auch, dass er altertümlich sei. Und das, sagt sie, macht den Spaß aus.

Schauen Sie Ihre Website an.

CR_9 and 11