Von Büchern & Tee, Teil 3

Einige der größten Schriftsteller der Welt schufen ihre Meisterwerke mit Hilfe von Tee. Lesen Sie mehr in unserer dreiteiligen Serie.

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„Wenn ich schreibe, fühle ich mich wie ein arm- und beinloser Mann mit einem Buntstift im Mund”, klagte Kurt Vonnegut.

Im ersten und zweiten Teil unserer dreiteiligen Serie Books & Tea haben wir erfahren, wie die Großmeister der Literatur, von Dostoyevsky bis Orwell, ihre Werke mit der stimulierenden Hilfe unzähliger Tassen Tee geschrieben haben. (Hier und hier zum Nachlesen.)

Es gibt allerdings noch ein weiteres flüssiges Frönen der Autoren, das wir an dieser Stelle nicht vergessen sollten: Alkohol, dieser süße, süße Trunk, der so vielen Schriftstellern die scharfen Stiche der Selbstzweifel abgefedert hat.

Hier lesen Sie die Geschichten dreier Literaten, die der Inbegriff „funktionierender Alkoholiker“ waren – und die Alkohol und Tee auf kreative Art zu ihrem eigenen kreativen Treibstoff kombinierten.

Kingsley Amis

Der britische Romanschriftsteller und Dichter schämte sich nicht im Geringsten für seine berauschende Vorliebe und schrieb nicht ein, nicht zwei, sondern ganze drei Bücher über seinen guten Freund, den Alkohol: Anständig Trinken, Everyday Drinking und How’s Your Glass?. In einem 1975 geführten Interview verriet er allerdings, wie Tee seinen täglichen Übergang zu härterem Genuss im wahrsten Sinne fließend machte:

„Ich verweile beim Frühstück und lese Zeitung […] und versuche den furchtbaren Gang zur Schreibmaschine hinauszuzögern. Das ist meistens um halb elf, immer noch in Pyjama und Morgenmantel. […] Meist schaffe ich es erst um eins oder ein Uhr fünfzehn mich vom Frühstückstisch loszureißen und ziehe direkt Nikotin und Alkohol hervor. Ich arbeite weiter bis zwei oder zwei Uhr fünfzehn, esse zu Mittag und schreibe, wenn es dringlich ist, auch am Nachmittag, was ich wirklich hasse […] Mit etwas Glück taucht eine Tasse Tee auf und dann heißt es nur eine nach der anderen zu trinken, bis die Bar um sechs Uhr aufmacht und man in den zweiten Gang schalten kann.“

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Truman Capote

Der für seinen Charme berühmt und berüchtigte Autor von Frühstück bei Tiffany und Kaltblütig liebte es so sehr zu trinken, dass es ihn schließlich ums Leben brachte. Dennoch machte er Minztee als nachmittägliche Stärkung zum Teil seiner täglichen Routine, um die Zeit zwischen morgendlichem Kaffee und abendlichem Martini zu überbrücken.

„Ich bin ein vollkommen horizontaler Autor…ich kann ausschließlich im Liegen denken, entweder im Bett oder auf einem Sofa ausgestreckt mit einer Zigarette und einem Kaffee zur Hand. Ich muss rauchen und schlürfen. Im Verlauf des Nachmittags gehe ich von Kaffee zu Minztee zu Sherry zu Martinis über. Ich benutze keine Schreibmaschine. Nicht zu Beginn. Ich schreibe meine erste Version mit der Hand (und einem Bleistift). Dann überarbeite ich alles, auch mit der Hand.“
 
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Quelle / Bild links: Copyright Roger Higgins, via Wikimedia Commons / Bild rechts

Carson McCullers

Die Autorin des Romans Das Herz ist ein einsamer Jäger war im 20. Jahrhundert eine der lautesten literarischen Stimmen der amerikanischen Südstaaten. Zu ihrem engen Kreis gehörten solch namhafte Schriftsteller wie Truman Capote und Tennessee Williams, die beide ebenso talentiert und ebenso alkoholabhängig waren. McCullers‘ Werk wurde durch einen eigenen Drink befeuert, den sie Sonnie Boy taufte – eine geistvolle Mischung heißen Tees und Sherrys, die aus einer Thermoskanne getrunken wurde, die Sie den ganzen Tag über bei sich trug.

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Von Büchern & Tee, Teil 1

Fjodor Dostojewski, Saul Bellow. Einige der größten Schriftsteller der Welt schufen ihre Meisterwerke mit Hilfe von Tee. Lesen Sie Teil 1 von unserer dreiteiligen Serie hier.

Von Büchern & Tee, Teil 2

Lesen Sie über die Tee-Gewohnheiten von George Orwell, Simone de Beauvoir und C.S. Lewis in Teil 2 unserer Serie.