TEEKULTUR IN DEUTSCHLAND

Stellen Sie sich einen kühlen Frühlingstag vor. Der Himmel ist grau verhangen, kein Blau zu erspähen, eine leichte Brise weht Ihnen Kälte ins Gesicht. Erfreulicherweise sind Sie auf dem Weg zu einem Freund für eine Tasse Tee. Als Sie eintreten, begrüßt Sie ein frisch gebrühter Schwarztee als Mittelpunkt einer hergerichteten Tafel. Ihr Freund platziert behutsam ein Stück kristallenen Kandis in jedes Tässchen und übergießt diese sorgsam mit einem Tee von kräftiger Farbe. Ein Klecks Sahne, der sacht von einem Löffelchen gleitet, wird zum krönenden Abschluss. Ohne jegliches Rühren kann der Tee nun Schicht für Schicht genossen werden. In diesem wohligen Moment voller Wärme und Gastfreundschaft scheint Ihnen der Himmel auf einmal weniger trüb und jeder kühle Schauer ist vergessen…

Dieser Akt der Gastfreundschaft ist besonders gebräuchlich, ja vielleicht sogar einzigartig für eine kleine Region im Norden Deutschlands, Ostfriesland. Die Friesen schufen die einzige Deutsche Teekultur und halten sie bis heute lebendig. Schwarzer Tee erreichte Ostfriesland und seine Inseln in der Mitte des 17. Jahrhunderts über die Niederlande und etablierte sich rasch in den lokalen Gemeinden. Er kam damals mit Handelsschiffen aus Indien in den holländischen Häfen an, so wundert es einen nicht, dass auch heute viele Ostfriesen-Mischungen aus verschieden Assam und Ceylon Tees zusammengestellt werden.

In der Vergangenheit musste die wachsende Teekultur in Deutschland jedoch über einige Hindernisse stolpern. So wurde der Genuss von Tee mehr als nur einmal vom preußischen König Friedrich II verboten und es kam zu Engpässen durch die Kontinentalsperre Napoleons, sowie dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Diese Ereignisse schürten jedoch nur die Sehnsucht der Ostfriesen nach ihrem Tee und die Kreativität ihn zu bekommen. Das Fundament für den erfolgreichen, illegalen Handel wurde wahrscheinlich schon früher gelegt. Die Niederlande waren 1780 mit einer Handelssperre durch die Briten konfrontiert, woraufhin um die 300 niederländische Schiffe unter einer Ostfriesischen Flagge zu segeln begannen. Betrachtet man dieses Ereignis mit etwas Abstand, wird einem klar, warum in dieser Region Deutschlands auch das erste Handelszentrum für Tee entstand und Marken, als auch Unternehmen hervorbrachte, die es bis zum heutigen Tag gibt.

Man muss zugeben, dass der Genuss von Tee im restlichen Deutschland nicht ganz so beliebt ist, wie in Ostfriesland. In 2016 trank man hier mehr Tee pro Kopf als irgendwo sonst in der Welt. In Zahlen meint das 300 Liter Schwarztee je Person im Jahr.

Für eine echte ostfriesische Teetied (Teezeit) bedarf es nur wenige Utensilien: Eine bauchige Kanne, in der der Tee gebrüht als auch serviert wird, ein Stövchen und Tassen selbstverständlich. Der eigentliche Tee ist am besten eine echte Ostfriesen-Mischung, für dessen Genuss auch noch weißer Kandis und Sahne vorgesehen sind. Als eine Ode an die friesische Teekultur versteht sich unsere P & T Dark & Stormy N°521 Schwarzteemischung. Dieser charakterstarke Blend mit seinem kräftigen Geschmack behauptet sich im Zusammenspiel mit Sahne und Zucker vortrefflich. Dark & Stormy ist eine handgefertigte Mischung verschiedener Assam, die von malzige Noten, einer gewissen Herbe und subtilem Raucharoma charakterisiert wird. Bevor der fertig gebrühte Tee eingeschenkt wird, findet in jeder Tasse ein großzügiges Kluntje seinen Platz. Dieses Stück Kandis wird mit dem noch heißen Schwarztee sorgfältig übergossen. Wenn der Zucker hierbei knackt und knistert, hat der Aufguss die richtige Temperatur. Das Kluntje verbleibt für den weiteren Genuss in der Tasse, sodass es sich nach und nach auflöst. Als letzte Zierde und auch Notwendigkeit, bevor die eigenen Lippen überhaupt mit dem Tee in Berührung kamen, wird ein Löffelchen Sahne bedächtig in den Tee gegeben. Im besten Fall sinkt die Sahne nicht ab und kreiert so das Bild einer kleinen Wolke. Für die perfekte Wulkje braucht es jedoch etwas Können, was vielleicht auch ein Grund sein mag, dass diese Zubereitung nicht gerührt wird. Der wahre Gedanke dahinter ist allerdings, dass so die einzelnen Schichten erhalten bleiben und sich so verschiedene geschmackliche Erfahrungen offenbaren. Der erste Schluck schmeckt leichter als ein Schwarztee, wartet aber mit einem gehaltvollen, cremigen Mundgefühl auf. Die Sahne verbindet alle robusten Noten zu einer exquisiten Melange. Danach entfaltet sich das ganze vollmundige Aroma des Tees und auch die rauchigen Noten sind deutlich zu erkennen, um dann in den letzten Zügen des Genusses durch die intensive Süße gemildert zu werden. Ist der Kandis noch zu sehen, so ist es Zeit für eine zweite und dritte Tasse oder bis der Inhalt der Teekanne erschöpft ist.

Wenn man die Teekultur Deutschlands mit etwas Abstand betrachtet und auch den Begriff Tee nicht auf die Teepflanze bezieht, würde jeder sehr schnell sagen, dass Deutsche begeisterte Teetrinker sind. Sie mögen in ihren Tassen und Kannen allerlei Aufgüsse, seien es Kräuter, Früchte oder andere Gewächse. Kräutertees und ihre Wirkungen sind so sehr beliebt und allgegenwärtig geschätzt, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, einen vom Hausarzt verschrieben zu bekommen. Das ist auch wenig verwunderlich, wenn man in Betracht zieht, dass Kräuter und Heilpflanzen schon 800 n. Chr. in unserer Region aktiv genutzt und kultiviert wurden. Eine bekannte Persönlichkeit, die zu diesem Thema unzählige Werke im 2. Jahrhundert verfasst hat, ist Hildegard von Bingen. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Effekte, die medizinische Pflanzen auf den menschlichen Körper und Geist haben. Die Verwendung von Pflanzen in pharmazeutischen Anwendungen, wie Aufgüssen, ist heute immer noch stark in der Teekultur der Deutschen reflektiert. Vieler Kräutertees sind mehr auf ihre Wirkung fokussiert, als auf ihren Geschmack.

 Aus allen Kräutern, die die Deutschen gerne als Aufgussgetränke genießen, sticht die Pfefferminze klar hervor, denn diese findet mit Abstand am meisten dafür Verwendung. Verschiedene Varietäten dieser Pflanzenfamilie gedeihen prächtig in Gärten und den meisten naturbelassenen Gegenden Deutschlands. Sie sind sogar auf der ganzen Welt vertreten. Ein klassischer Minztee ist sehr bekömmlich und hat einige positive Effekte auf den Körper. Pfefferminze und andere Sorten regen den Stoffwechsel an, haben antimikrobielle Eigenschaften und helfen einen klaren Gedanken zu fassen. Unser Moroccan Mint N°804 bildet hier keine Ausnahme. Für diesen handverlesenen P & T Biotee werden sorgsam junge Zweige und Blätter der Nanaminze geerntet. Diese Sorte glänzt mit einer angenehmen Süße und dem gewissen Etwas. Eine Tasse dieses Kräutertees fühlt sich nicht nur angenehm kühl am Gaumen an, sie wird auch Ihnen einen Frischekick verleihen.

Eine andere Pflanze, die es in Form von Teebeuteln und manchmal auch lose in die deutschen vier Wände geschafft hat, ist die Kamille. Ausschließlich die feinen, einzelnen Blüten und Knospen dieser Pflanze schaffen es in unseren Golden Chamomile N°813. Der goldene Aufguss dieses Biokräutertees besänftigt nervöse Mägen und sorgt für Ruhe in stressigen Zeiten.

Andere Blüten kommen in einem unserer Master Blends für eine ausgewogene und fröhliche Mischung zusammen. Eine Kombination aus Sonnenblumenblütenblätter, Zitronenmyrte, Linden- und Holunderblüten bekommt eine fruchtige Begleitung aus getrockneten Apfelstückchen in unserem Unter den Linden N°818  Kräutertee. Die blumigen Kräuter in diesem Blend unterstützen einen gesunden Wasserhaushalt, der mit etwas Frucht kalt und heiß zu einem fantastischen Getränk werden.

Jedoch sind Äpfel nicht die einzigen Früchte in Deutschland, die für Aufgussgetränke aufbereitet werden. Tatsächlich fanden schon immer viele fruchttragende Pflanze aus der Region Anwendung in Früchtetees oder als Zutat in anderen Mischungen, ganz besonders in schwierigen Zeiten, als echter Tee und Kaffee rar waren. Seit den 1950er Jahren gewannen fruchtige Blends immer mehr an Beliebtheit. Sie sind leicht bekömmlich und haben wenig Kalorien, können jedoch mit einer ordentlichen Portion Geschmack überzeugen. Mit unseren Berry Pomp N°819 präsentieren wir einen aufregenden, koffeinfreien Fruchttee aus dunklen Beeren und delikaten Blütenblättern. Jede Tasse dieses P & T Master Blends ist reich an üppigen, diversen Nuancen, die uns auf blühende Wiesen und laue Sommernächte hoffen lassen. Berry Pomp bringt das Lächeln in Ihr Gesicht und das nicht nur, weil alle Zutaten bio sind.

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