TEE ERKLÄRT: KOFFEIN

Jeden Morgen starten Milliarden von Menschen ihren Tag mit einem koffeinhaltigen Getränk. Tatsächlich ist Koffein einer der am häufigsten verwendeten Inhaltsstoffe der Welt. Es ist ein natürliches Stimulans, das unser Gehirn und unser zentrales Nervensystem unterstützt und uns vorgaukelt, dass wir nicht müde sind. Koffein ist neben anderen Pflanzen am häufigsten in Tee-, Kaffee- und Kakaopflanzen zu finden. Historiker datieren den ersten aufgebrühten Tee auf das Jahr 2737 v. Chr. Der Legende nach wurde Kaffee viele Jahre später von einem äthiopischen Schafhirten entdeckt, der die zusätzliche Energie bei seinen Tieren bemerkte, nachdem sie von einem Kaffeestrauch frassen. Heutzutage konsumieren etwa 80 % der Weltbevölkerung täglich ein koffeinhaltiges Produkt.


Um das Thema Koffein im Tee scheinen sich immer noch einige Mythen zu ranken. Koffein ist ein Alkaloid, das die Teepflanze vor unerwünschten Schädlingen schützt - es wirkt als Abwehrmechanismus. Jede Tasse Tee enthält damit ein gewisses Maß an Koffein. So wie wir unterschiedlich auf Koffein reagieren, produziert auch die Teepflanze aufgrund verschiedener Umstände unterschiedliche Mengen an Koffein. 


Einer der Hauptfaktoren, die den Koffeingehalt bestimmen, ist das Alter der Knospen. Jüngere Teeknospen sind anfälliger und werden eher von Schädlingen befallen, was zu einem höheren Koffeingehalt in den Knospen führt. Daher wird beim “Imperial Plucking”, bei dem nur die Knospen geerntet werden, mehr Koffein gewonnen. 


Ein weiterer Faktor, der einen Einfluss auf den Koffeingehalt hat, ist die Jahreszeit, in der der Tee gepflückt wird. Im Sommer, bei wärmeren Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit gibt es mehr Insekten, die der Teepflanze zusetzen. Sie reagiert darauf mit einer erhöhten Produktion von Koffein, um sich zu schützen. In den kälteren Monaten, in denen es weniger Insekten gibt, verlangsamt sich die Koffeinproduktion in der Pflanze.


Dies widerlegt einen der geläufigsten Mythen, dass dunklerer Tee mehr Koffein enthält, als z.B. weißer Tee. Grundsätzlich gilt: Je länger das Blatt oxidiert wird, desto dunkler wird es. Der Oxidationsprozess hat Auswirkungen auf den Geschmack, nicht aber auf den Koffeingehalt. Schwarzer Tee hat den höchsten Oxidationsgrad, was aber nicht mit dem höchsten Koffeingehalt korrespondiert. Erstens ist Koffein farblos, und zweitens, wie wir gelernt haben, gibt es viele Faktoren, die den Koffeingehalt beeinflussen. Sie können einen Schwarztee von geringer Qualität finden, der weniger Koffein hat als ein hochwertiger weißer Tee, zum Beispiel unser atemberaubender Pu Er Bai Ya N°103. 


Zusätzlich wird der Koffeingehalt durch die verschiedenen Prozesse beeinflusst, die die Teepflanze während ihres Wachstums durchläuft. Nehmen wir zum Beispiel Matcha. Matcha ist bekannt als der Tee mit dem höchsten Koffeingehalt. Beim Anbau von Matcha verwenden die Bauern einen Prozess, der Schattierung genannt wird, bei dem die Pflanze nur minimalem Sonnenlicht ausgesetzt wird. Dadurch erhöht sich der Chlorophyllgehalt in den Blättern, was im Wesentlichen auch zu einem höheren Koffeingehalt führt. Ein Matcha-Shot ist zu einem beliebten Ersatz für einen morgendlichen Espresso geworden.


Und was ist mit Teein? Teein und Koffein sind verschiedene Namen für das gleiche Alkaloid. Teein ist als Begriff veraltet und wird nicht verwendet. Die einzige Substanz, die nur in der Camellia sinensis vorkommt, ist L-Theanin - eine Aminosäure, die Ruhe und Entspannung fördert. Im Tandem mit dem Stimulans Koffein fördert L-Theanin einen Zustand der geistigen Wachheit. 


Oft wird darüber gesprochen, Tee zu entkoffeinieren. Eine Irrglaube dabei ist, dass das Koffein nur in den ersten 30 Sekunden des Aufgusses freigesetzt wird. In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall. Nach 30 Sekunden werden nur 9% des Koffeins freigesetzt, d.h. je länger der Aufguss dauert, desto mehr Koffein wird freigesetzt. Bei höheren Aufgusstemperaturen wird Koffein schneller und in größeren Mengen freigesetzt. Über die Teemenge kann man auch den Koffeingehalt regulieren, mehr Tee führt zu einem höheren Koffeingehalt in der Tasse.


Jede Tasse Tee enthält eine lange Geschichte, die mit der Herkunft des Tees und der Sorte der Teepflanze beginnt und sich über den Zeitpunkt und die Methode der Ernte bis zum Verarbeitungsprozess erstreckt. All diese Faktoren beeinflussen nicht nur die Komplexität des Geschmacks, sondern auch den Gehalt der natürlichen Substanzen, die in unserem Tee enthalten sind. Wenn wir auf unseren Koffeinkonsum achten müssen, sollten wir uns auf Tees mit größeren Blättern konzentrieren, die von weiter unten an der Teepflanze geerntet werden, wie z.B. Oolongs. Oder Tees, die aus den Stängeln gewonnen werden, wie die japanischen Kukicha oder Houjicha. Natürlich können wir auch Kräutertees als koffeinfreie Alternative wählen, die über eine ebenbürtige Vielfalt an Aromen und Geschmacksrichtungen verfügen. Einen sehr hohen Koffeingehalt weist unser Yerba Mate N°807 auf - ein duftendes Gebräu aus den Blättern des südamerikanischen Mate-Strauchs, das seit Jahrhunderten als belebendes Tonikum verehrt wird. Durch die schonende Verarbeitung verströmt unser vitamin- und mineralstoffreicher "grüner Mate" sein vollmundiges Aroma von fruchtiger und rauchiger Vanille in einer wunderbar erdigen Tasse. All das finden Sie in unserer exklusiven und großartigen Auswahl an feinsten Teesorten bei P&T. 

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