DIE WIEGE DES TEES

Ein chinesisches Sprichwort besagt, dass ein Leben nicht ausreicht, um die Namen aller Teesorten in China zu lernen. Mit mehr als 1000 Sorten und einer fast 5000-jährigen Teekultur ist es kein Wunder, dass China als das Kernland des Tees und der Teekultur gilt. Mit einem Anteil von fast einem Drittel an der weltweiten Teeproduktion hat das Land eine führende Rolle bei der Weiterentwicklung der Verarbeitungstechniken gespielt und ein ebenso abwechslungsreiches wie produktives Teeangebot geschaffen, aus dem jede einzelne der sechs Teefamilien hervorgeht, die wir heute kennen. Das wohlduftende Getränk ist so tief im kulturellen und historischen Gewebe verankert, dass Tee in China seit über 1000 Jahren als eine der sieben unverzichtbaren Notwendigkeiten im Lebens gilt - Brennholz, Reis, Öl, Salz, Sojasoße, Essig und Tee, wie in dem alten chinesischen Sprichwort erwähnt:  "Kai Men Qi Jian Shi" - “Beim Öffnen der Haustür an die sieben Sachen für jeden Tag denken”.


Da sogar eine schlichte Mahlzeit mit Tee abgerundet wird, findet man im modernen China in praktisch jeder Wohnung - vom Palast aus Marmor bis zur einfachsten Hütte - eine Reihe von Gerätschaften für die Zubereitung von heißem Tee. Als Zeichen der Gastfreundschaft wird jedem Besucher eine Tasse Tee angeboten. 


Wie bei allen integrierten Bestandteilen der Alltagskultur bleibt der  genaue Ursprung des Tees hinter den mythischen Erzählungen vergangener Zeiten verborgen. Der Legende nach wurde der Tee 2737 v. Chr. von dem chinesischen Kaiser und „großen himmlischen Gärtner“ Shennong entdeckt, als ein Blatt eines nahe gelegenen Strauchs in seine Tasse flatterte. Als er das unbekannte Gebräu trank, stellte er überrascht fest, dass es trotz seines bitteren Geschmacks eine angenehme, anhaltende Süße hinterließ und Körper und Geist anregte. Der Kaiser war begeistert von seiner zufälligen Entdeckung und nahm diese wunderbaren Blätter schnell in das alte chinesische Arzneibuch auf, eine Reihe von Beobachtungen zu den heilenden Eigenschaften der Natur, auf denen die traditionelle chinesische Medizin basiert, die wir heute kennen.


In der alten chinesischen Folklore gibt es die Geschichte eines Pflanzenheilers, der im Laufe seines Lebens 68.000 heilende Eigenschaften in Pflanzen entdeckte. Bei seinem plötzlichen Tod erhielt dessen Sohn nur 46.000 dieser Eigenschaften, also nur einen Bruchteil der fertig gestellten Arbeiten. Der Sohn wurde von seinem Vater im Traum besucht und als er wie geheißen das Grab besuchte, entdeckte er nur einen einzigen Teebaum, der jedoch die restlichen 22.000 Heilkräfte enthielt, die er für verloren hielt.



Obwohl unklar ist, wie und wann der Tee im alten China entdeckt wurde, wissen wir heute, dass der Teebaum, Camellia Sinensis, aus dem tropischen Dschungel der chinesischen Provinz Yunnan stammt. Von hier aus breitete es sich über die wichtigste Handelsader Chinas, den Jangtse-Fluss, bis zu den östlichen Küstenprovinzen aus, aus der heute mehr als zwei Drittel der gesamten chinesischen Teeproduktion stammen. Entlang dieser Route finden wir eine Reihe von Teeanbaugebieten, in denen sich die Geschichte des chinesischen Tees widerspiegelt. Die Unterschiede im Terroir in diesem großen Land prägen die Pflanze und machen Tee ähnlich wie Wein abhängig von der Region, aus der er stammt.

TEAS FROM CHINA >>

 

 

 

Yunnan: Geburtsort des Tees

Berühmt für dunklen Tee (Fermentiert), weißen und schwarzen Tee 

Anhui

Berühmt für schwarzen und grünen Tee

1876 N°511

Fujian

Berühmt für geräucherten schwarzen Tee, weißen Tee, Oolong und Jasmin Tee

Zhejiang

Berühmt für die besten Grüntees Chinas

Sichuan

Berühmt für grünen, schwarzen und dunklen Tee

SNAIL'S PACE N°917

 

 

Image by vhines200 (flickr) 

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