P & T TEAPOLOGY: TEES AUS DEM HIMALAYA [ANBAUGEBIETE]

So weit das Auge reicht erstrecken sich grüne saftige Felder über die Südhänge des Himalaya Vorgebirges. Langsam klettert die frühe Morgensonne den Kangchenjunga hinauf, sein Gipfel glitzert hell am Horizont, während eine tiefe Wolkendecke noch verschlafen die Teewälder unter sich streift. Der morgendliche Nebel lichtet sich nur langsam, doch Nepals Teepflückerinnen sind schon lange am Werk. Aus einem Meer aus smaragdgrünen Teebäumen, welches ihnen fast bis zu den Schultern wächst, wählen sie jedes einzelne Blatt sorgfältig per Hand aus. Stellen Sie sich vor, Sie wären jetzt auch dort, weit ab von jeglichen Städten und nur umgeben von atemberaubender Natur und majestätisch aufragenden Bergkämmen. Lassen Sie sich von uns in die faszinierende Teewelt des Himalayas entführen.

SHIIBA'S GIFT N°915 & MAKALU WHITE N°908

Tee hat es nicht leicht in der herben Naturwelt des Himalayas. Im Hochgebirge herrschen niedrige Temperaturen und ein noch niedrigerer Sauerstoffgehalt, was zur Folge hat, dass viele Teeplantagen maximal zwei Mal im Jahr ernten können. Aber gerade diese kargen Gegebenheiten machen den Tee aus Himalaya so unverwechselbar in seinem Geschmack. In einem langen Winterschlaf, der sogenannten Dormanz, sammelt die Teepflanze all ihre Kraft im Inneren, um im Frühling diese geballte Lebensenergie gebündelt in wenige kleine, feine Teeblätter zu verwandeln. Jedes einzelne ist geschmacklich unglaublich konzentriert und intensiv wie Sie es sofort bei MAKALU WHITE N°908 erkennen werden. Gepflückt in den ersten Tagen des April, nimmt Sie dieser First Flush in einen Frühlingsgarten der Aromen mit. Dieser zarte Weißtee vereint Süße wie von Baklava mit eleganten Blumendüften. Eine saisonale Tee-Rarität, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Im Vergleich zu China oder dem nahe gelegenen Assam in Indien ist die Tradition, Tee in Nepal zu anzubauen, relativ jung. Während sich die meisten Teeplantagen auf den regional typischen Darjeeling Schwarztee spezialisiert haben, bringt Jun Chiyabari jedes Jahr eine überraschend breite Auswahl an verschieden Teesorten heraus. Zum Beispiel unseren biologischen Grüntee PALACE OF PATAN N°322 von den Hängen des Himalayas. Dieser nach der Stadt der Schönheit, Patan, benannter Grüntee, schmeckt wie seine nepalesische Heimat frühlingsfrisch, vollmundig-warm, mit einen luftig Berg-frischen Ausklang. Er fühlt sich gleichzeitig buttrig weich im Mund an und schmeckt doch intensiv mit einer fast minzigen Stärke.

PALACE OF PATAN N°322 und MUSE N°504

Unsere limitierte Ernte SHIIBA’S GIFT N°915 ist eine Ode an eine tiefe Freundschaft, die zwischen zwei Teebauern aus Japan und Nepal bestand. Der Letztere reiste damals durch Asien um von erfahrenen Teebauern über die verschiedenen regionalen Methoden und Traditionen zu lernen. Als er in Shiiba ankam, einem kleinen Dorf auf der japanischen Insel Kyushu, schloss er sofort Freundschaft mit einem dort lebenden Grüntee-Züchter. Welche Unstimmigkeiten es auch zwischen ihrer beiden Länder gegeben haben mag, ihre gemeinsame Liebe zu Tee verband die beiden Männer zutiefst. Vor seiner Abreise schenkte ihm der japanische Züchter einige seiner Tee-Pflanzen, die bis dahin nur auf Kyushu heimisch gewesen waren. Da es viele Jahre brauchte, bevor die Teebäume sich akklimatisiert hatten, konnte sein japanischer Freund den daraus entstandenen unglaublich grünen Oolong nie probieren. Doch ihre Freundschaft überdauert in SHIIBA’S GIFT N°915. Dieser komplexe Tee wird darüber hinaus noch in der taiwanesischen Bao Zhong Tradition produziert. Wir laden Sie dazu ein, diesen First Flush achtsam, mit geschlossen Augen, zu probieren und zu versuchen Japan, Nepal und Taiwan in jedem Schluck zu erschmecken.

Die für ihren Tee bekannteste Region im Himalaya ist natürlich Darjeeling. Die berühmte Darjeeling Himalayan Railway, ursprünglich in der Kolonialzeit von den Briten erbaut um Calcuttas brütend heißen Sommern zu entkommen, schlängelt sich bis heute immer noch den Himalaya hinauf. Ein faszinierendes Weltkulturerbe ist diese Dampflok, welche Einheimische und Touristen in endlosen Schlangen durch 120 scharfe Kurven und über mehr als 550 Brücken auf eine Höhe von 2250 Meter trägt. Und zu den dortigen sattgrünen Darjeeling Feldern.

QUEEN'S GRACE N°502

Nach einer Legende im Hinduismus, segnete ein Donnergott Darjeelings Boden einst mit einem Blitz. Man muss dieser Legende nicht glauben um zu erkennen, dass die besonderen Nährstoffe im Boden Darjeelings Tee ein markantes Aroma und einen unverwechselbaren Geschmack geben. Deswegen wird er auch der Champagner des Tees genannt. Die englische Elite war so begeistert von ihm, dass sie schnell nichts außer Darjeeling mehr trinken wollte und sogar soweit ging, ihn als den einzigen okay tea zu bezeichnen. (Ein Titel, welcher die Teeplantage OKAYTI scherzhaft zu ihrem Namen machte)

Obwohl es einen markanten Darjeeling Geschmack gibt, ist die Variation zwischen den verschiedenen Sorten nichtsdestotrotz enorm. QUEEN'S GRACE N°502 ist ein delikater, blumig duftender First Flush, der sich fast wie ein Grüntee anfühlt. Zart entfaltet sich frühlingshafte Frische in seiner lebendigen Tasse und erinnert an die kühle, klare Himalaya-Luft seiner Heimat. MUSE N°504 ist ein viel kräftigerer, traditioneller Darjeeling. Dieser Second Flush schmeckt vollmundig-würzig und fruchtig-reif, wie warme Sommerluft. Mit einer wunderschönen Bernsteinfarbe ist dieser ausdrucksstarke Tee ein einziger Genuss. 

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