P & T Presents: Limitierte Ernten & Saisonale Besonderheiten [Teewissen]

Eine Hitzewelle rollt am Fenster vorbei, in sommerlichen Kleidern und kurzen Hosen schlendern Menschen über heißen Asphalt. Kein Bild, das man klassischerweise mit Tee-Trinken verbindet. Echte Tee Connoisseure wissen allerdings, dass Tee auch oder vielleicht sogar ganz besonders im Sommer ein großer Genuss sein kann. Besonders niedrig oxidierte Tees - unsere Weissen, Grünen, oder Oolongs -, bringen Frische und Vollmundigkeit in diese doch etwas wärmere Jahreszeit. Und genau dafür möchten wir Ihnen einige unserer liebsten Limitierten Ernten und Neuheiten ans Herz legen.

Wie Sie vielleicht schon wissen, sind wir bei Paper & Tea bekannt für unsere saisonalen Besonderheiten und interessanten limitierten Ernten. Die kleinen Gärten, von denen wir diese Tees beziehen, können oft nur geringe Mengen von ihren exquisiten Gütern produzieren. So wird jede Lieferung für uns zu einem Fest für Teeliebhaber und wir erinnern uns noch lange danach an die erste Tasse einer limitierten Ernte. Mit jeder Ernte ändern sich die komplexen, vielschichtigen Geschmacksprofile. Wir können nie garantieren, dass diese Tees auch nächstes Jahr noch existieren, denn jede Ernte ist anders. Hier wollen wir Ihnen nun unsere auserlesensten Tees vorstellen.

Knapp unter dem Äquator steigen die scharfen Kanten von Kirinyaga, dem zweithöchsten Berg Afrikas, empor. An seinen hoch gelegenen, fruchtbaren Hängen wächst unser SILVER SINDANO N°106, der erste First Flush der Saison. Wegen der hohen Temperaturen in Afrika wird dieser interessante Weisstee schon im Februar geerntet. Trügerisch blass, entfacht der Aufguss ein fruchtig-florales Feuerwerk mit einem sanften Kakaobutter-Abgang. Das Kangaita Tea Estate produziert SILVER SINDANO N°106 in der Chiensischen Tradition des Imperial Pluckings, in der nur die Endknospen und ersten Blätter gepflückt werden. Wie der Name schon sagt, war diese Pflückung ursprünglich nur des Kaisers Gaumen vorbehalten. Die sonnenverwöhnten Knospen von SILVER SINDANO N°106, die wir in heutigen Zeiten nicht mehr nur mit royalen Teefreunden teilen, schmecken nach süßer Vanille und erinnern an geschäftige Bäckereien mit frischem Gebäck. 

Verlassen wir Afrika auf dem Weg zu einem von China’s Top Ten Tees: SNAIL'S PACE N°917. Ein langsamer Tee. Und wegen der anhaltenden Lieferprobleme während der Pandemie auch ein langsamer Weg hin zu uns nach Berlin. Dass sich das Warten auf diesen erfrischenden, fruchtigen Grüntee gelohnt hat, ist keine Frage. Sein Chinesischer Name, Bi Luo Chun, bedeutet “grüne Frühlingsschnecke”, und bezieht sich auf die geschmeidigen Knospen, die zu schneckenartigen Formen gerollt werden. Beobachten Sie in ihrer Teekanne, wie sich die Blätter langsam im Wasser entfalten und ihr frischer Citrusduft den Raum füllt. Citrus? Sie haben richtig gehört. Die Teeplantage, auf der SNAIL'S PACE N°917 angebaut wird, versucht die natürliche Umgebung der Pflanze bestmöglich nachzuahmen: Zwischen den Teebäumen werden Japanische Wollmispeln und andere Zitrusbäume gepflanzt, welche SNAIL'S PACE N°917 seinen einzigartigen und untypischen Geschmack geben.

“White tea is unique amongst all the tea under Heaven. The branches of the trees flare out wide and the leaves are so thin they are nigh translucent. White tea trees grow wild and sporadic, so they cannot be domesticated by man.” 

Das Zitat eines Mannes, der für Tee lebte: Der chinesische Kaiser Huizong der Song Dynastie schrieb eine ganze Abhandlung über Tee, über die zahllosen Teesorten und raffiniertesten Teezeremonien der chinesischen Geschichte. Der hier beschriebene Tee ist eine Legende für sich, denn seine wild wachsenden Bäume waren für mehrere Jahrhunderte verschollen. Man glaubte gar, sie seien komplett ausgestorben. Was Huizong nicht wusste ist, dass man jede Art von Tee aus dieser einen Camellia Sinensis gewinnen kann. Somit war, was er Weisstee nannte, bloss eine Teepflanze, die weiß schimmernde Knospen hatte.

Die zarten Blätter von Anji Bai Cha leuchten hell, da diese spezielle Teepflanze in ihrer neblig, bergigen Heimat Anji weniger Chlorophyll produziert. Daher nennt man diesen grünen Tee kurioserweise Anji White Tea. Glücklicherweise wurden seine weißen Knospen vor rund 40 Jahren wiederentdeckt, was eine Welle der Begeisterung in China auslöste. Diese gleiche Welle hat soeben unsere Stores und Büros überschwemmt, denn die neueste Ernte von HAPPY HUIZONG N°301 ist just in Berlin angekommen. Schmecken Sie die süßen, nussigen Aromen seines jadeweißen Aufgusses und erleben Sie trinkbares Glück durch seine hohen Dosen der beruhigenden, leicht euphorisierenden Aminosäure L-Theanin. Sie werden Kaiser Huizong zustimmen, dass HAPPY HUIZONG N°301 ein Tee ist, über den man ganze Bücher schreiben kann.

Je weniger eine Teepflanze direktem Sonnenlicht ausgesetzt ist, desto mehr L-Theanin produziert sie. Die Japaner haben dieses Wissen zur Kunst des ‘Tee-Beschattens’ erhoben, denn sie lieben den resultierenden, satten Umami Geschmack, welcher sich in L-theaninreichen Tees wie Gyokuro entfaltet. Obwohl HANAMI FLUSH N°902 die erste Ernte des Gyokuro ist, ist er nichtsdestotrotz ein untypischer Shincha. Er ist auf japanischen Berghängen zuhause, wo die Temperaturen erst spät im Frühling steigen. Während also andere Shinchas schon längst geerntet sind und vor sich hin trocknen, sind die Bäume des HANAMI FLUSH N°902 immer noch individuell eingewickelt und produzieren die kleinsten, beschatteten Blätter. Wie eine frische Frühlingsbrise umweht diesen seltenen Shincha das subtile Aroma der verehrten Kirschblüte, und jeder frische Schluck schmeckt saftig-grün mit zartem umami. Wir können gar nicht genug betonen, wie selten dieser first flush ist: Japanischer Tee macht nur 2% der weltweiten Teeproduktion aus. Davon sind nur 8% beschatteter Tee. Und wenn Sie jetzt noch addieren, dass bloss die ersten zwei Wochen der Tee-Ernte First Flushes ergeben, finden Sie in HANAMI FLUSH N°902 einen der feinsten 0.01% Tees der Welt. 

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