OOLONG - EIN TAIWANESISCHES ERBE


Als portugiesische Eroberer zum ersten Mal die Insel Taiwan betraten, waren sie von der atemberaubenden Schönheit dieses Landes geblendet, von den Ehrfurcht gebietenden Bergen und der üppigen Vegetation. Sie nannten das Eiland Formosa, Portugiesisch für "schön", ein Name, der, obwohl er längst von den Landkarten der Welt verschwunden ist, auf Etiketten taiwanesischer Tees immer noch eine besondere Erinnerung an die Vergangenheit wach hält.  


Es scheint unglaublich, dass man auf einer Insel, die nicht mehr als 400 km lang und nur 150 km breit ist, so viele verschiedene Teesorten findet. Ein Grund dafür ist die Gebirgskette, die sich von Norden nach Süden erstreckt, mit Gipfeln, die über 2.000 Meter aufragen und hervorragende Bedingungen für den Anbau von hochwertigem Tee bieten.


Chinesische Teebauern aus der Provinz Fujian, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts über die Taiwanstraße nach Formosa kamen, brachten Teepflanzen und Samen, zusammen mit ihrem Wissen und ihrer Handwerkskunst auf die Insel. Sie verschrieben sich der Herstellung einer der am schwierigsten zu produzieren Teesorten: den Oolongs. Dies waren die Anfänge einer Teeindustrie, die sich schließlich auf Qualität statt Quantität konzentrieren sollte. Der Oolong passte perfekt zu diesem Ansatz und wurde zum Wahrzeichen der taiwanesischen Tees.

 

Die verschiedenen Teesorten werden nach dem Herstellungsprozess klassifiziert, wobei der Oxidationsgrad eines der Hauptunterscheidungsmerkmale ist. Das Spiel mit den verschiedenen Oxidationsgraden führt zu großen Varianten von Aromen und Geschmacksrichtungen. Während Grüntees den niedrigsten Oxidationsgrad haben und  Schwarztees durch die volle Oxidation eine dunklere Farbe, liegen Oolongs dazwischen und werden als halb oxidiert bezeichnet.

 

Als täglicher Begleiter und für viele ein wahrer Lieblings-Oolong, eignet sich unser Four Seasons of Spring N°402 mit der ikonischen Oolong-Form - fest geballte, tiefgrüne Blätter, die vor samtigen Geschmack nur so strotzen. Unserer ist jedoch kein gewöhnlicher Oolong. Sein stark blumiger Charakter verführt den Gaumen mit Geschmacksnoten von milchiger Süße. 


Mutter Natur ist reich an Wundern. Eines davon ist das Phänomen der Symbiose, einer engen Beziehung zwischen Organismen zweier verschiedener Arten, von der mindestens ein Organismus bereichert wird. Im Terroir der taiwanesischen Teeregionen leben Teejasside und Camellia sinensis in einer symbiotischen Beziehung. Wenn der kleine grüne Blatthüpfer in die Pflanze beißt beginnt ein Oxidationsprozess noch während die Blätter noch an der Pflanze sind. Gleichzeitig antwortet die Pflanze mit einem chemischen Abwehrmechanismus, der muskattraubenähnliche Aromen entstehen lässt.

 

Einer der seltenen Tees, der dieses Wunder der Natur erfährt, ist unser Oriental Beauty N°403, ein Oolong mit fruchtigen Noten von Pfirsich und Zitrusfrüchten. Oriental Beauty war der Lieblingstee ihrer Majestät Königin Victoria. Der Geschmack dieses wunderbaren Tees aus der taiwanesischen Region Miaoli, einem Ort, der dem Paradies auf Erden gleicht, ist so exquisit, dass wir ihn unseren Champagner der Oolongs nennen. 

Das taiwanesische Terroir erlaubt es, jede Art von Tee anzubauen, nicht nur Oolong. Unser Ruby of Formosa N°920 ist ein eleganter Schwarztee, der seinen Namen mit Stolz trägt. Er stammt aus dem Gebiet des Sun-Moon-Sees, dem größten Gewässer Taiwans, das ideale Wachstumsbedingungen bietet, umgeben von malerischen Landschaften, in denen die Pflanze ihre Schönheit und ihren einzigartigen Geschmack entfalten kann. 

Unsere neueste limitierte Ernte Ruby of Formosa N°920 entfaltet sich als exquisite Infusion mit einem beeindruckenden Geschmack mit Noten von Lakritz, Bitterschokolade und Zitronenmelisse.  


Da die Insel Taiwan von der Größe her begrenzt ist, gibt es eine natürliche Begrenzung der für die Teeproduktion verfügbaren Flächen. Daher sind viele taiwanesische Teeproduzenten in andere Regionen Südostasiens, z.B. Thailand, ausgewandert. Sie brachten ihre Pflanzen und besonderen Techniken mit. So wird zum Beispiel Jin Xuan, eine in Taiwan entwickelte Sorte, nun für die Produktion des berühmten Milky Oolongs verwendet. Unser Milk River N°406 ist ein Jin Xuan Kultivar, der in den Hügeln Nordthailands entstanden ist. Sein Anbau und seine Produktion vereinen Elemente der chinesischen und taiwanesischen Teekultur. Unser Milk River besitzt eine köstliche Milchigkeit, die auf natürliche Weise von der Teepflanze herrührt,  andere Tees diesen Geschmack durch die Beduftung mit Milchdampf erreichen. Er besticht mit  Noten von süßem Grün, Orchidee und Sahne.

 

In Taiwan ist die gängigste Zubereitungsart für Oolong-Tee der Gong Fu-Stil, bei dem der Tee in kleinen Tassen serviert wird und die gleichen Oolong-Teeblätter mehrmals aufgegossen werden. Der Gong Fu-Stil mit seinen kurzen Ziehzeiten ässt die süßen Aromen des Oolong in der Tasse voll zur Entfaltung kommen.

 

Taiwan hat etwas Einzigartiges. Die Teebauern verstehen ihr Handwerk  als eine Kunstform. Es geht nicht nur um Boden, Wetter und Pflanzen. Es geht um die Harmonie zwischen Natur und Mensch. Tee ist eine Kultur und ein Erbe, nicht nur für das taiwanesische Volk, sondern für die ganze Welt.





Kommentar verfassen

Alle Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.