WIR STELLEN VOR: OMURA'S DEW N°919

Am 6. August 1945 ereignete sich in der Gemeinde Nagasaki, Japan, eine uns allen bekannte Tragödie. Einst eine geschäftige Dorfstadt, war nach der Katastrophe nichts mehr wie zuvor,  die Produktion hinkte massiv hinterher. Tee - der Schlichter vieler Unruhen in unseren eigenen täglichen Leben - kam auch für diese kleine Stadt als Rettung, und so schuf sich die Stadt Nagasaki mit Tee ein neues Leben nach der Katastrophe. Hie reden wir von “Tyusu Hikari”, einer Sorte, die die Kluft zwischen Nagasaki und dem Rest der Welt auf lange Sicht überbrücken sollte. Tsuyu Kikari wurde zwar nicht zuallererst in Nagasaki angebaut, doch die Verbreitung in dieser Region trug dazu bei, die nachwirkenden Auswirkungen der schmerzhaften Geschichte der Region abzuschwächen. Diese Sorte, deren Name "Taulicht" bedeutet, stellte einen neuen Aufbruch für die Gemeinschaft dar. Wir freuen uns sehr, Ihnen heute Omura's Dew No 919 vorstellen zu können, unsere Ode an einen Tee, der einer japanischen Stadt neues Leben einhauchte.


Die Zahl der reinen Tees in der Welt zu schätzen, ist keine Kleinigkeit, denn man geht davon aus, dass es weltweit 3.000 bis 5.000 gibt. Heute ist ein Einziger Gegenstand unserer Faszination: Omura’s Dew No 919. Dieser grüne Bio-Tee ist ein besonderer Tamaryokucha oder Guricha. Tamaryokucha bedeutet direkt "aufgerollter grüner Tee", eine Anspielung auf die charakteristische Form seiner spindelförmigen Blätter. Diese natürlich vorkommende Form spielt eine Schlüsselrolle dabei, dass der Tau (von Omura) eine solche Seltenheit ist. Die Form selbst ist einem Komma nicht unähnlich, einem dünnen, scheu zusammengerollten Laubstrich, weit entfernt von der typischen nadelartigen Form japanischer Tees. Die Diskrepanz ergibt sich aus Variationen im Produktionsprozess, da die meisten japanischen Tees gerollt werden. Tamaryokucha lässt diesen Schritt jedoch aus, um das Aussehen chinesischer Tees nachzubilden. Trotzdem ist diese Delikatesse einzig und allein japanischen Bauern zu verdanken. 


Tamaryokucha selbst hat seinen Ursprung auf der Insel Kyushu in Japan. Kyushu, umgangssprachlich als "Land des Feuers" bekannt; ein Spitzname, der von den vielen Vulkanen an seinen Ufern inspiriert wurde. Erstaunlicherweise produziert diese winzige Insel etwa 36% des gesamten japanischen Tees. Unser Tee stammt von der Westseite der Insel, wo er auf den Bergen über der Bucht von Omura geerntet wird. Sie teilt sich einen Geburtsort mit Tamaryokucha selbst, in der Higashi-Sonogi-Stadt Nagasaki. Nagasaki ist für die weltweite Verbreitung von Tee von entscheidender Bedeutung. Die Region Uji in Japan wird oft für die Entstehung des Tees verantwortlich gemacht, aber Nagasaki war das Tor des Tees von Japan zum Rest der Welt.

Tamaryokucha kann in Nagasaki auf eine lange Geschichte zurückblicken. Nachdem - wie bereits anfänglich erwähnt - eine Tragödie über die Insel hereingebrochen war, fanden die Bewohner Trost im Teeanbau. Sogar Generationen später existieren die Traditionen, die von alten Teefamilien begründet wurden, noch heute. Dennoch sind es junge Teebauern, die diese Teeanbaupraktiken in eine neue Generation übertragen haben. Unser "Bush to Cup"-Ansatz stellt sicher, dass wir die allerbesten Techniken erhalten, die seit zig Jahren verfeinert wurden. Eine dieser Techniken ist Fukamushicha, das tiefe Dämpfen des Tees. Japanischer Tee wird bereits während seiner Herstellung gedämpft, so dass dieser Stil durch die Verlängerung dieses Schrittes eine gängige Praxis hervorhebt. Fukamushicha entscheidet sich - statt der üblichen 30 Sekunden - für einen 1-2-minütigen Dampf. Das Ergebnis ist ein Tee mit noch mehr Körper und Süße, ohne Adstringenz - wie es bei Omura's Dew der Fall ist. Außerdem werden die Teeblätter selbst noch zarter. Die winzigen Blattflecken, die im endgültigen Aufguss schweben, sind ein sichtbares Zeichen für die vielen Nährstoffe des Tees, die in noch größerer Menge freigesetzt werden, wenn ein größerer Teil der Blattoberfläche mit dem Wasser in Berührung kommt.


Diese Technik ist natürlich nur ein weiteres Argument für diesen ja ohnehin schon besonderen Tee, was auch auf die verwendete Sorte Tyusu Hikari zurückzuführen ist. Der Weg zu ihrer Entwicklung begann 1970 und wurde bis zur offiziellen Anerkennung im Jahr 2003 fortgesetzt. Um diese bemerkenswerte Sorte zu schaffen, veredelten die Teebauern Asatsuyu und Shizu 7152 in der Hoffnung, das Beste aus beiden Pflanzen zu gewinnen. Und das taten sie auch - Tsuyu Hikari bringt hohe Erträge, verträgt die Kälte und sprüht vor Umami-Geschmack. Ihr Name bedeutet "Taulicht" und ruft einen Sinn für zarte Schönheit hervor, der den Anbruch eines neuen Tages einläutet. Vielleicht war er deshalb so passend für Nagasaki, weil er für diejenigen, die ihn am meisten brauchten, eine neue Morgenröte darstellt. 

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