IHR GUIDE DURCH UNSERE AFRIKANISCHEN TEES [TEE WISSEN]

Mit dem Beginn des 18. Jh. brachten britische Händler erstmalig Grünen Tee aus China in den Nordwesten Afrikas. Der Grundstein für eine neue und einzigartige Teekultur war gelegt, die vom stetig wachsenden Ausbau des Teehandels profitierte und sich rasch verbreitete. 

Die maghrebinische Teezeremonie, die sich von Land zu Land und manchmal auch von Ort zu Ort leicht unterscheiden kann, fokussiert sich auch heute noch auf den Genuss von Grünem Tee. Dieser wird mehrere Minuten gebrüht, gar geköchelt, um dann abgegossen und erneut mit einer großzügigen Portion Zucker aufgekocht zu werden. An dieser Stelle oder zum Servieren werden frische Blätter der Nanaminze hinzugefügt und parfümieren das Getränk. Aus einer bauchigen Kanne wird dieser zwar heiße aber erfrischende Tee in einem hohen Bogen in kleine Gläser eingeschenkt und zwei weitere Male nachgegossen. Inzwischen hat sich dieses zeremonielle Genießen von Tee weiter geformt, und man trifft häufig auch andere Varianten in den zahlreichen Ländern und Kulturen Afrikas an; eine Extraportion Süße findet man jedoch fast immer an. Ein Sprichwort besagt, dass der erste Aufguss bitter sei wie der Tod, der zweite lieblich wie das Leben und der dritte süß wie die Liebe.

Wie viele andere Teekulturen entwickelte sich die afrikanische mit der Einfuhr beziehungsweise der Einführung von chinesischen Tees durch europäische Händler oder Reisende. George W. L. Caine, ältester Sohn eines britischen Diplomaten, führte keinen fertigen Tee nach Afrika ein, sondern brachte Samen der Camellia sinensis - der Teepflanze - nach Kenia. In 1903 begann Cain mit dem Aufbau der ersten Teeplantage in Limuru. Der Mabroukie Teegarten kann auch heute noch bestaunt werden. Die älteren Teebäume stammen von den Samen, die Caine pflanzte; nicht ahnend, dass Kenia einmal zum drittgrößten Teeproduzenten der Welt werden würde. 

Kenianische Tees werden in Höhenlagen von 1500 bis 3000 Metern angebaut und profitieren vom gleichmäßig warmen Klima und besonders fruchtbaren Böden. So können Knospen sowie die ersten zwei Blätter das ganze Jahr über geerntet werden. Stellt man sich das heiße Wetter, die reichhaltigen, dunkelroten Böden und subtropisches bis tropisches Klima einmal vor, bekommt man eine gute Idee davon, warum diese Kultivare uns mit köstlichen, intensiven und einzigartigen Tees bescheren, allesamt mit einer ungemeinen Wärme in ihrem Charakter. Obwohl der größte Teil der Produktion für die breite Masse gefertigt wird, gibt es immer mehr Farmer, die sich auf Spitzentees spezialisieren und sogar eigene Hybride hervorbringen, die unseren Teehorizont kreativ erweitern.

Die Kenyan Tea Research Foundation brachte einen dieser Hybride hervor: “Purple Tea” oder TRFK 306, so ist die offizielle Bezeichnung dieses Kultivars. Die Knospen und jungen Blättern dieser relativ neuen Teesorte haben einen höheren Gehalt an Anthocyanen, den gleichen Antioxidantien, die anderen Lebensmitteln wie Blaubeeren, Trauben und sogar Rotkohl und Auberginen ihre Färbung verleihen. Aufgrund ihrer Fähigkeit, freie Radikale im Körper aufzufinden und dadurch zellinterne Entzündung zu reduzieren, spricht man Anthocyanen starke gesundheitsfördernde Wirkungen zu. Mit unserem Rich Purple N°507 präsentieren wir Ihnen einen Schwarztee aus den Blättern und Knospen dieser Tee-Besonderheit. Sein vollmundiges, weiches Aroma erinnert an Zwetschgen und Brombeeren mit einem leicht adstringierenden Mundgefühl. Dieser Tee spielt definitiv in seiner eigenen Liga.

Ein anderer Schwarzer Tee aus Kenia ist unser Savanna Gold N°509. Dieser reine Goldknospentee wird in dem Stil eines chinesischen Dian Hong gefertigt. Jedes dieser einzeln gerollten Blätter wartet mit einen üppigen Spektrum an aufregenden Aromen auf. Der Einfluss des kenianischen Terroirs wird hier unverkennbar: Noten von Eichenholz und Anis, Kakao und Walnuss, sowie Birne und Zitrus gleichen einem sinnlichen Ruf der Wildnis. Ein Geschmackserlebnis mit jeder rotgoldenen Tasse.

Im Kontrast zu diesen vollen Aromen steht unser Silver Sindano N°106. Dieser außergewöhnliche Weiße Tee überrascht mit einer weitaus delikateren und frischeren Palette. Er ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür was orthodoxe chinesische Verarbeitungsweisen in anderen Gefilden hervorbringen können. Die silbernen Nadeln, auf Suaheli sindano, werden aus den zartesten Frühlingsknospen gewonnen und bei niedriger Temperatur in der Sonne getrocknet, um den weichen Flaum und das komplexe Aroma zu erhalten, das mit süßlichen Noten von weißem Pfirsich und Kakaobutter gespickt ist.

Einen anderen außergewöhnlichen Weißtee haben wir in den ersten Teegärten Malawis gefunden, dessen Geschichte bis in die 1920er zurück geht. Seine samtigen Stengel, die an weiche Hirschgeweihe erinnern und ihm seinen Namen geben, werden während der Produktion von Hand selektiert. Das Ergebnis ist eine weiche, golden-pfirsichfarbene Tasse mit üppigen Aromen von tropischen Blüten, gedämpfter Aprikose und Litschi. Lassen Sie sich von unserem Lapansi Antlers N°114 überraschen.

Als letztes möchten wir Ihnen eine weitere Spezialität vorstellen, die ausschließlich auf dem afrikanischen Kontinent anzutreffen ist und nur in der Region des Zerderberg Gebirges kultiviert wird. Die Blätter dieser Pflanze werden seit Jahrhunderten aufgebrüht und als Getränk, heiß und kalt, genossen. Die Rede ist vom Rotbusch- oder Rooibostee, dem Nationalgetränk Südafrikas. Erst in den 1930er Jahren begannen holländische Siedler diesen Kräutertee zu kultivieren, der alsbald zum weltbekannten Exportschlager wurde. Rooibostee wird in der Regel oxidiert und erhält so sein rote Farbe und vollmundiges Aroma. Bei unseren Green Rooibos N°803 wird dieser Verarbeitungsschritt durch ein leichtes Erhitzen umgangen. Das Ergebnis ist ein milderer, mineralstoffreicher Aufguss mit pfirsich-süßen Aromen und holzig, grasigen Noten. Ein Rooibostee, der Seinesgleichen sucht. Ein klassischer, oxidierter Rooibus bildet wiederum die Grundlage für unseren würzigen Master Blend Cederberg Chai N°817. Dieser belebende, koffeinfreie Chai verbindet den südafrikanischen Klassiker mit typisch pikanten kapmalaiischen Gewürzen. Herzhafte Röstpaprika, Kokosnuss und eine Prise Süßlakritz machen diese Mischung unwiderstehlich und halten Sie auf Trab.

Afrikanische Tees sind ein wunderbares Beispiel dafür, wie althergebrachte Traditionen andernorts Wurzeln schlagen und zu ungeahnten Erfolgen führen können. Inzwischen ist Tee und dessen Anbau nicht mehr aus der Kultur und Wirtschaft vieler afrikanischer Ländern wegzudenken, und bringt immer mehr Spitzentees aus kleinen Farmen hervor, die unser Portfolio bereichern. Welchen dieser Tees werden Sie nun probieren?

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